Wie sagt man so schön: „Wenn man Pläne macht, fällt irgendwo das Schicksal lachend vom Stuhl!“ So ähnlich war es auch, als ich vor gut zwei Monaten freitags von der Arbeit nach Hause kam, mit dem festen Vorsatz, endlich den ollen Teppich im Arbeitszimmer herauszureißen und das neue Laminat zu verlegen. Das hatte nun ja auch schon etliche Wochen mal im Flur, mal im Arbeitszimmer auf einem Stapel gelegen. Irgendwie immer im Weg, und schier endlos lange, da ich mit dem Tapete reparieren und streichen nicht vorankam…

Aber an besagtem Freitag war die Farbe schon lange trocken und die meisten Möbel eh schon in der Küche oder dem Wohnzimmer zwischengelagert. Also lag dem ganzen nicht mehr viel im Weg, auch die innere Faulheit war gerade wie weggeblasen. Bis ich im Haus mit einem kläglichen „Hallo, ich bin im Schlafzimmer…“ begrüßt wurde. Und da lag mein Mann, wie ein Häufchen Elend auf dem Bett. Nein, krank wäre er nicht, er hätte sich bei der Arbeit das Knie verdreht und das würde jetzt voll wehtun. Ich wollte gar nicht darüber nachdenken, wie er wohl mit kaputtem Knie nach Hause gekommen ist, das sind ja schließlich 50 km…

An Fußboden verlegen war erstmal nicht zu denken. Das Wochenende verbrachten wir mit Kühlen, Schmerztabletten und Krücken pardon „Unterarm-Gehstützen“ im Krankenhaus besorgen. Größere Verletzungen wurden zunächst ausgeschlossen, aber empfohlen, bei anhaltenden Schmerzen zum Durchgangs-Arzt zu gehen.

Dazu kam es auch. Es folgten MRT, Diagnose Kreuzbandriss und OP. Fünf Wochen sind seit der OP vergangen und mein Mann darf das Knie dank Physiotherapie und Motorschiene inzwischen wieder voll belasten und verzichtet nach und nach immer mehr auf die Unterstützung der Gehhilfen.

Da hatte ich die Wände schon gestrichen, aber der alte Teppich ist noch drin. 

Und am vergangenen Sonntag war es endlich soweit. Nachdem ich zwischenzeitlich alleine den Teppich und die Kleberreste entfernt hatte und schon eine Bahn Trittschalldämmung und zwei Laminat-Bretter verlegt hatte, war ich daran gescheitert, das nächste Brett auf die richtige Länge zu kürzen.

Da ist der Teppich dann auch endlich raus, bleiben nur gefühlte tausend Kleberreste 🙁

Aber nun war mein Mann wieder fit genug, dass er im Flur stehen konnte, um Teile der Bretter abzusägen. Und er konnte mir mit seinen Krücken wunderbar helfen, wenn ich zwei Bretter ineinander schlagen musste, indem er die Bretter runtergedrückt hat, so dass Nut und Feder sauber zusammengerückt sind. Und wer hätte es gedacht, nach fünf Stunden waren wir fertig. Zwar k.o., aber fertig mit dem Projekt.

Inzwischen liegt das Laminat und sogar die Rollos sind schon eingebaut worden 🙂

Nach acht Wochen bin ich endlich einen großen Schritt vorangekommen. Dazu hat es eben viele kleine einzelne Trippelschritte gebraucht. Aber auch kleine Schritte führen letztendlich ans Ziel. Manche Dinge müssen auch einfach mal ruhen. Man darf sich dabei nur nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Wartezeit kann man dann mit anderen Aufgaben füllen.

Zum Beispiel hatte ich es endlich geschafft, die Steuererklärung abzuschließen, und zum ersten Mal habe ich Rasen gemäht. Ewig hatte ich mich davor gedrückt und es meinen Mann machen lassen, aber jetzt musste ich feststellen, dass das gar nicht so schwer ist.

Mal schauen, wann ich das Thema „Büro-Renovierung“ endlich abschließen kann. 

Ich halte Euch auf dem Laufenden.
LG Kosimi